Feierliche Kick-off-Veranstaltung für das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut in Bogotá

Eröffnung der Veranstaltung zum Start des Projekts Instituto CAPAZ durch Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier und seine kolumbianische Amtskollegin María Ángela Holguín Cuéllar – Erster wissenschaftlicher Workshop der kolumbianischen und deutschen Partner zu zentralen Fragen des Friedensprozesses

In Kolumbien stehen die Zeichen auf Hoffnung, seit das Friedensabkommen zwischen der Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos und den Rebellengruppen der FARC am 24. November 2016 unterzeichnet wurde. Ein Deutsch-Kolumbianisches Friedensinstitut, gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) soll künftig die Expertise in wichtigen Fragen der Friedensforschung, Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur, Konfliktprävention und Gestaltung einer Post-Konflikt-Gesellschaft entwickeln, bündeln und vermitteln. Dabei werden die konkrete Beratung der politischen Entscheidungsträger auf allen Ebenen wie auch die Einbindung zivilge-sellschaftlicher Akteure in den Konfliktregionen eine zentrale Rolle spielen. Der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), die als Konsortialführerin eines Verbundes deutscher und kolumbianischer Universitäten den Aufbau und die Entwicklung des Instituts leiten wird, kommt eine besondere Funktion in dem Projekt zu.

Im Anschluss an einen wissenschaftlichen Workshop mit den kolumbianischen und deutschen Konsortialpartnern am 12. Januar 2017 zum Austausch über zentrale Handlungsfelder findet am Folgetag im feierlichen Rahmen der offizielle Auftakt zum Projekt, das als Instituto CAPAZ (Instituto Colombo-Alemán para la Paz) firmiert, in der kolumbianischen Hauptstadt statt. Im Zentrum der Veranstaltung in Bogotá steht eine mit hochkarätigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft besetzte Podiumsdiskussion zu Perspektiven und Herausforderungen des kolumbianischen Friedensprozesses und seiner Unterstützung im Rahmen der deutsch-kolumbianischen Zusammenarbeit.

Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier lässt es sich nicht nehmen, in den voraussichtlich letzten Tagen seiner Tätigkeit im Vorfeld der Bundesversammlung am 12. Februar 2017, in der er für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren wird, gemeinsam mit seiner kolumbianischen Amtskollegin María Ángela Holguín Cuéllar persönlich den Startschuss zu geben, um das wegweisende Projekt auf den Weg zu bringen. Im Anschluss an die Grußworte der beiden Außenminister stellt Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Vizepräsident des DAAD, das Konzept und die Ziele des deutsch-kolumbianischen Friedensinstituts als Forschungs-, Studien- und Beratungseinrichtung mit Sitz in Kolumbien vor.

Projektleiter ist Prof. Dr. Thilo Marauhn, der die Professur für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der JLU innehat. Deutsche Partner sind die Freie Universität Berlin, die Georg-August-Universität Göttingen, das Leibniz-Institut, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main, sowie als assoziierter Partner die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Auf kolumbianischer Seite wird das Projekt durch die sogenannte Universitätsallianz für den Frieden unter der Federführung der Universidad Nacional in Bogotá getragen; auch weitere Universitäten und insbesondere Hochschulen aus den besonders vom Konflikt betroffenen Regionen des Landes sollen eingebunden werden.

„Bereits seit den 1960-er Jahren pflegt unsere Universität enge wissenschaftliche Beziehungen zu unseren kolumbianischen Partnern. Wir hoffen, dass ein dauerhafter Frieden dem Land die Chance gibt, seine großen wissenschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Potenziale endlich vollständig entfalten zu können“, erklärt Prof. Marauhn. Das Konsortium sei  exzellent vorbereitet und sehr motiviert: „Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns wissenschaftlich mit der völkerrechtlichen Einhegung bewaffneter Konflikte und mit der Ausgestaltung von Post-Konflikt-Gesellschaften. Es ist Privileg und Herausforderung zugleich, mit Mitteln des Wissenstransfers zum Friedensprozess in Kolumbien beizutragen“, so Prof. Marauhn weiter.

Kolumbien: Strategische Partnerregion der JLU

Kolumbien ist die strategische Partnerregion der JLU in Lateinamerika. Die JLU wird sich daher als Konsortialführerin des Instituto CAPAZ auf vertrautem Terrain bewegen. Bereits 1967 wurde mit der Universidad de Los Andes die erste deutsch-kolumbianische Hochschulkooperation festgeschrieben. Eine biologische Außenstation der JLU in Santa Marta wurde bereits 1963 eingerichtet. Man kann also auf die Erfahrungen aus einer mehr als 50-jährigen erfolgreichen Zusammenarbeit aufbauen. Seit 2010 fördert der DAAD zudem das deutsch-kolumbianische meereswissenschaftliche Exzellenzzentrum CEMarin, an dem die JLU maßgeblich beteiligt ist.  Vor dem Hintergrund dieser jahrzehntelangen Kooperationsgeschichte einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung einer friedvollen Zukunft des Partnerlandes leisten zu dürfen, ist für die JLU eine Auszeichnung, bedeutet aber auch eine große gesellschaftliche Verantwortung.

Weitere Informationen:

instituto-capaz.org