Subjektivierung grundrechtlicher Schutzpflichten

Das Dissertationsprojekt nimmt die Frage des Charakters der grundrechtlichen Schutzpflicht als subjektiv öffentliches Recht in den Blick. Aus unterschiedlichen Perspektiven dient die Konstruktion der Schutzpflicht zahlreichen Befassungen in der Literatur als Zugangspunkt für die Beantwortung der gestellten Frage. Demgegenüber soll die Subjektivierung, verstanden als Plausibilisierung für das Bestehen subjektiv öffentlicher Rechte, im Mittelpunkt stehen.
Den ersten Schwerpunkt stellt eine Analyse der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Schutzpflicht als subjektiv öffentliches Recht dar. Die Voraussetzungen für das Verständnis von Grundrechten in ihrer Abwehrfunktion als subjektive Rechte bildet hierfür die Denkschablone. Der in der Rechtsprechung für die Grundrechtsinterpretation verstärkt auffindbare funktionelle Ansatz soll als Steinbruch für die Beantwortung der auftretenden Fragen dienen. Aus dieser Perspektive kann das Problem inhaltlich in den über Art. 1 Abs. 3 GG normativ beantworteten historischen Diskurs über die Bindungswirkung der Grundrechte kontextualisiert werden, um anschließend in einem zweiten Schwerpunkt unter Auseinandersetzung mit den in der Literatur auffindbaren Subjektivierungskonzepten der eigentlichen Frage nach der Eigenschaft der grundrechtlichen Schutzpflicht als subjektiv öffentliches Recht nachzugehen.